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Zu keiner Zeit war es so schwer und doch so einfach, Ehrenamtliche zu gewinnen, wie heute. Was genau meine ich damit?

Organisationen haben viele Aufgaben, die oft nicht direkt die Digitalisierung betreffen, da andere Dinge vorgehen. Dies ist kein Vorurteil, es ist eine Feststellung. Auch nicht jede Organisation wird sich hier angesprochen fühlen. Wenn es schon Schritte für einen höheren Digitalisierungsgrad gibt, ist das super!

Gleichzeitig hat Digitalisierung viel verändert. Durch das Internet ist beispielsweise eine Schnelllebigkeit entstanden, die vorher noch nicht da war. Das betrifft viele Bereiche, auch das Ehrenamt.

Warum online nach Ehrenamtlichen suchen?

Während also Organisationen oft gar nicht die Mittel oder Möglichkeiten haben, mit der Schnelllebigkeit mitzuhalten, könnte es auf der anderen Seite durch höhere Geschwindigkeit so viel einfacher sein, Ehrenamtliche zu gewinnen. Zurecht kann angemerkt werden, dass diese Geschwindigkeit vielleicht gar nicht gewünscht ist. Nicht umsonst wird in Zeiten der Digitalisierung oft von Entschleunigung geredet.

Eine Organisation kann noch immer sagen, sie habe doch Flyer und Veranstaltungen und suche auch längst aktiv nach Ehrenamtlichen über eigene Netzwerke. Aber es gibt zwei gute Argumente, wieso es dennoch sinnvoll ist, online nach Ehrenamtlichen zu suchen:

  1. Ort und Information wurden getrennt
  2. Digitalisierung hat die Kommunikation verändert

Wie Ort und Information sich entkoppelt haben

Wo vorher Flyer und Veranstaltungen noch das Mittel der Wahl waren, um Informationen zu verbreiten, stehen heute Internet und Social Media. Natürlich gibt es noch immer Veranstaltungen und die Zielgruppe bzw. das Publikum, das solche Veranstaltungen regelmäßig besucht. Doch viele Menschen, und es werden mehr, interessieren sich nicht mehr für diese Formate. Sich Informationen aus dem Internet rauszusuchen ist mittlerweile so gängig wie noch vor einigen Jahren seine Morgenzeitung zu lesen. Und es betrifft nicht nur die nötige Information über Ehrenamtliche.

Man kann in der heutigen Zeit über alles und nichts etwas im Internet finden, egal wie wahr oder falsch es ist. Und das zu wissen und damit zu arbeiten macht einem das Leben manchmal etwas leichter, aber sicherlich hier und dort auch schwerer. Ehrenamtliche über das Internet zu gewinnen gehört für mich klar in die Kategorie “macht das Leben leichter”. Aber das bedeutet auch, dass man online als Organisation auffindbar sein muss und aufzeigt, wie der oder die Suchende sich engagieren kann. Tut man das nicht, kann es der digitalaffinen Zielgruppe so vorkommen, als ob es gar keine Informationen gäbe.

Dabei gilt: Je konkreter ich als Organisation zeige was gebraucht wird, umso leichter hat der oder die Ehrenamtliche es, sich einbringen zu können oder zu wollen.

Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung

Online mal eben etwas schreiben, einen Kommentar dazu abgeben oder eine Antwort liken: Schnelllebigkeit in Reinkultur.
Und so hat sich unsere Kommunikation auch verändert: Sie ist so schnelllebig geworden, wie das Internet es ermöglicht hat.

Es findet keine Eins-zu-Eins-Kommunikation mehr statt, sondern der oder die Leser*in möchte vermutlich sofort auf das Gelesene reagieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Kommentar, eine Frage oder eine Anmerkung ist. Im Internet wird gefühlt alles kommuniziert, das ist hier und da Fluch und Segen zugleich. Im Fall des Ehrenamts ist es ein Segen, denn so kann der oder die Nächste direkt schauen, ob vielleicht die eine oder andere Frage, schon beantwortet wurde. Okay, ehrlicherweise muss man sagen: Im Idealfall macht die Person das. In der Praxis werden viele Fragen doppelt und dreifach gestellt.

Aber gut, Fluch und Segen zugleich, es überwiegen doch die Vorteile. Und wie es auf den Veranstaltungen die stillen Zuhörer*innen gibt, gibt es im Internet, vielleicht sogar extremer als im realen Leben, die stillen Mitleser*innen, die gar nicht kommunizieren wollen. Schlussendlich möchte sie jedoch ebenfalls alle Informationen, weswegen Kommentare anderer Ehrenamtlicher für sie die beste Möglichkeit sind, sich die Information auch ohne zu kommunizieren zu holen.

Alles in allem ist es jedoch ein Fakt, dass digitale Kommunikation den Austausch positiv fördert. Ist dieser Austausch nicht möglich, kommen vielleicht Fragen auf, die eine Organisation nie wollte. Zum Beispiel ob die Organisation verschlossen ist oder – und das wäre ein Worst-Case-Szenario bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen – ob der Austausch gar nicht erst erwünscht ist.

Wenn Du mit Deiner Organisation also Ehrenamtliche gewinnen willst, dann nutze Deine Informationen und gehe in die offene Kommunikation!